Die Neue Sachlichkeit war eine literarische Bewegung in der Weimarer Republik in den 1920er Jahren. Sie entstand als Gegenbewegung zum Expressionismus und setzte auf nüchterne, realistische Darstellung der Wirklichkeit. Schriftsteller beschrieben das Leben in den Städten, soziale Probleme, Armut und die politische Instabilität, oft in einem klaren, sachlichen Stil.
Wichtige Vertreter waren Hans Fallada, der das Leben einfacher Leute in der Wirtschaftskrise schilderte, Erich Kästner, der mit Ironie die urbane Gesellschaft darstellte, und Irmgard Keun, die das Leben junger Frauen in Berlin beschrieb.
Die Literatur der Neuen Sachlichkeit zeichnete sich durch kritische Distanz und Präzision aus. Sie spiegelte die gesellschaftlichen und politischen Spannungen der Zeit wider und wollte die Leserinnen und Leser dazu bringen, die Realität unverfälscht zu erkennen. Besonders die Darstellung des Alltags, der Arbeit und der sozialen Unterschiede machte die Bewegung zu einem wichtigen Spiegel der Weimarer Republik.
