Wählen ab 16?

Die Diskussion darüber, ob Jugendliche schon mit 16 Jahren wählen sollen, wird immer lauter. Viele argumentieren das junge Menschen mehr Mitbestimmung brauchen, weil politische Entscheidungen auch ihre Zukunft betreffen. Das stimmt zwar aber die entscheidende Frage lautet: Sind 16-Jährige schon bereit für diese große Verantwortung? Ich finde ganz klar Nein Im Folgenden Text möchte ich erklären, warum ich gegen die Absenkung des Wahlalters bin.

Zunächst einmal fehlt vielen 16-Jährigen die politische Erfahrung die nötig ist, um Wahlprogramme kritisch zu vergleichen und zu verstehen. Viele wissen nicht, wie Regierung, Bundestag oder Koalitionen funktionieren, die man für eine verantwortungsvolle Wahlentscheidung verstehen sollte. Hinzu kommt, dass Jugendliche besonders anfällig für Beeinflussung in sozialen Medien sind. Auf TikTok, Instagram oder YouTube verbreiten sich politische Botschaften, die emotional statt sachlich sind. Ein dramatisches Video wirkt schnell überzeugender als ein gut recherchierter Artikel und genau das beeinflusst Entscheidungen. 

Auch spielen bei Jugendlichen Emotionen eine viel größere Rolle als rationale Überlegungen. Politik erfordert langfristiges Denken, aber viele junge Menschen entscheiden spontan oder weil es im Freundeskreis “cool” ist. So kommt es vor, dass eine ganze Klasse aus Spaß dieselbe Partei wählt, ohne sich wirklich mit deren Inhalten befasst zu haben. Dazu kommt die geringe Lebenserfahrung: Viele politische Themen drehen sich um Steuern, Mieten, Versicherungen, Arbeit oder Wirtschaft Bereiche, mit denen sich die meisten 16 Jährigen noch kaum auskennen. Wie soll man über Steuerpolitik urteilen, wenn man noch nie selbst Steuern gezahlt hat?

Ein weiterer Punkt ist der Einfluss durch Eltern und Umfeld. Jugendliche übernehmen oft die politischen Meinungen, die sie zuhause hören, ohne sie zu hinterfragen. Statt einer eigenen Entscheidung entsteht dann nur eine Kopie der elterlichen Haltung. Und schließlich reicht die politische Bildung in Schulen häufig nicht aus, um fundierte Wahlentscheidungen zu treffen. Ein paar Stunden Gemeinschaftskunde reichen nicht, um Wahlprogramme zu analysieren oder politische Strategien zu verstehen.

Wenn man diese Punkte berücksichtigt, wird klar  Eine Senkung des Wahlalters auf 16 wäre voreilig. Stattdessen sollten wir Jugendlichen mehr Möglichkeiten geben, Politik kennenzulernen. zum Beispiel durch Jugendparlamente, Planspiele, mehr politische Bildung und offene Diskussionen an Schulen. So können sie lernen, eigene Entscheidungen zu treffen und politische Prozesse zu verstehen.

Am Ende geht es nicht darum, Jugendliche auszuschließen im Gegenteil. Es geht darum, ihnen genug Zeit zu geben, um die Reife und das Wissen zu entwickeln, die für verantwortungsvolles Wählen notwendig sind. Deshalb bin ich überzeugt das Wahlalter sollte bei 18 bleiben.

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