Die Empfindsamkeit war eine literarische Epoche, in der Gefühle, Freundschaft und Mitgefühl eine besonders wichtige Rolle spielten. Sie entstand als Gegenbewegung zur Aufklärung, die vor allem auf Vernunft setzte. Die Autoren der Empfindsamkeit wollten zeigen, dass der Mensch nicht nur logisch denkt, sondern auch ein empfindsames, also gefühlvolles Wesen ist.
Typisch für diese Epoche sind Figuren, die sehr sensibel sind und stark auf Erlebnisse reagieren – oft mit Tränen, Rührung oder inneren Konflikten. Häufig geht es um Naturerlebnisse, enge Freundschaften oder moralische Entscheidungen. Die Sprache ist meist emotional und persönlich.
Bekannte Vertreter der Empfindsamkeit sind Friedrich Gottlieb Klopstock, Gotthold Ephraim Lessing und besonders Laurence Sterne mit seinem Roman „Yoricks empfindsame Reise“. Ein berühmtes Werk im deutschsprachigen Raum ist außerdem Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, das viele typische Merkmale der Epoche zeigt.
