Der Naturalismus war eine literarische Epoche von etwa 1880 bis 1900 und entstand als Reaktion auf den Realismus während der Industrialisierung.
Stark beeinflusst wurde der Naturalismus von den Naturwissenschaften. Forscher wie Charles Darwin oder der französische Schriftsteller Émile Zola prägten das Denken der damaligen Zeit.
Typisch für die Literatur war die detaillierte Beschreibung von Menschen, Orten und Situationen. Oft nutzten Autoren Umgangssprache oder Dialekt. Häufig thematisierten sie die Probleme der Arbeiterklasse, Armut und soziale Ungerechtigkeit.
Bekannte Autoren sind Gerhart Hauptmann, Arno Holz und Johannes Schlaf. Besonders wichtig ist Hauptmanns Drama „Die Weber“ (1892), das den Aufstand der schlesischen Weber gegen ihre Ausbeuter zeigt.
Der Naturalismus machte Literatur zu einem Mittel, soziale Missstände sichtbar zu machen, und bereitete den Weg für die moderne Literatur wie den Expressionismus.
